KI-Coding-Assistenten generieren besseren Code, wenn sie die Design-Tokens des Projekts kennen und verstehen. Der Unterschied zwischen einer KI, die color: #2563EB generiert, und einer, die color: var(--color-action-primary) schreibt, liegt in der Token-Dokumentation. Prompt-Ready Tokens sind so aufbereitet, dass dieser Unterschied systematisch entsteht.
Was KI-Tools von Tokens erwarten
KI-Coding-Assistenten verarbeiten Text. Sie können JSON parsen, TypeScript-Interfaces lesen und Markdown verstehen. Was sie nicht können: Figma-Dateien öffnen, binäre Formate lesen oder implizites Wissen ableiten.
Das bedeutet: Tokens müssen als Text vorliegen – idealerweise in einem Format, das sowohl für Menschen als auch für Maschinen lesbar ist. Das DTCG-Format erfüllt diese Anforderung: JSON mit klaren Schlüsseln ($value, $type, $description), hierarchischer Struktur und Aliasing-Referenzen.
Naming-Conventions für Maschinenlesbarkeit
Token-Namen sind der wichtigste Faktor für die KI-Nutzbarkeit. Gute Namen beschreiben die Funktion, nicht den Wert. Wenn eine KI color.action.primary liest, versteht sie den Kontext sofort. Bei color.blue.500 fehlt die semantische Information.
Regeln für Prompt-Ready Token-Namen: Funktionale Benennung (color.border.subtle statt color.gray.200), konsistente Hierarchie (color.feedback.success, color.feedback.error, color.feedback.warning), keine Abkürzungen (background statt bg, primary statt prim), und klare Trennzeichen (Punkte in JSON, Bindestriche in CSS).
Die $description als AI-Prompt
Das oft vernachlässigte $description-Feld im DTCG-Format ist der Schlüssel zur Prompt-Readiness. Die Description wird zum impliziten Prompt für die KI:
{
"color": {
"action": {
"primary": {
"$value": "{color.green.600}",
"$type": "color",
"$description": "Primary action color. Use for primary buttons, important links, and CTAs. Do not use for decorative elements."
},
"primary-hover": {
"$value": "{color.green.700}",
"$type": "color",
"$description": "Hover state for primary action elements. Automatically applied via :hover pseudo-class."
}
}
}
} Wenn eine KI diese Token-Datei im Kontext hat, generiert sie automatisch Code, der var(--color-action-primary) für Buttons verwendet und die Hover-Variante kennt. Die Description ist das Interface zwischen Design-Entscheidung und KI-generiertem Code.
Context-Dateien und CLAUDE.md-Integration
Die Token-JSON-Datei allein reicht oft nicht. Eine ergänzende Kontext-Datei fasst die wichtigsten Regeln zusammen:
## Token-Nutzung
- Immer Semantic Tokens verwenden, nie Primitive direkt.
- Farben: var(--color-action-primary) für Aktionen,
var(--color-feedback-success/error/warning) für Feedback.
- Spacing: 4px-Grid. var(--spacing-1) = 4px bis var(--spacing-16) = 64px.
- Typografie: var(--text-body-md-size) für Fließtext,
var(--text-h40-size) für Überschriften.
## Verbotene Patterns
- Keine hardcoded Hex-Werte.
- Keine px-Werte für Spacing (immer Token-Referenz).
- Keine !important.Token-Dokumentation als Living Document
Prompt-Ready Tokens sind keine einmalige Einrichtung. Wenn neue Tokens hinzukommen oder sich Werte ändern, muss die Dokumentation mitwachsen. Der effizienteste Ansatz: Descriptions in der DTCG-JSON-Datei pflegen und daraus automatisch Dokumentation generieren – für Menschen als Doku-Site, für KI als Kontext-Datei.
Kernpunkte
- Prompt-Ready Tokens sind so benannt und dokumentiert, dass KI-Tools sie parsen und korrekt anwenden können.
- Das
$description-Feld im DTCG-Format ist der Schlüssel – es wird zum impliziten Prompt für die KI. - Funktionale Token-Namen (
color.action.primary) sind maschinenlesbarer als wertbasierte (color.blue.500). - Eine CLAUDE.md / .cursorrules-Datei im Repository gibt KI-Tools den nötigen Projekt-Kontext.
- Token-Dokumentation sollte aus der DTCG-JSON-Datei generiert werden – für Menschen und Maschinen gleichermaßen.
- Prompt-Readiness ist keine KI-Abhängigkeit – dieselben Maßnahmen verbessern auch die Developer Experience für menschliche Entwickler.





